Kundgebung von PauseAI Deutschland auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor
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Vor dem Digital-Gipfel: PauseAI fordert am Brandenburger Tor ein internationales KI-Abkommen

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  • Kundgebung am 1. November auf dem Pariser Platz in Berlin mit rund 90 Teilnehmenden
  • Forderung: Deutschland soll mit den Mitgliedsstaaten der EU und weiteren Partnern wie Großbritannien ein internationales KI-Abkommen anstoßen und verhandeln
  • PauseAI Deutschland: 15 Lokalgruppen, 153 Professorinnen und Professoren hinter einem Appell für ein KI-Sicherheitsabkommen, Kontakt mit über 100 Bundestagsbüros seit Januar

BERLIN, 1. November 2026

Rund 90 Menschen haben am Sonntagnachmittag auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor für ein internationales Abkommen gegen Superintelligenz demonstriert. Aufgerufen hatte die Bürgerinitiative PauseAI Deutschland, einen Tag vor dem Digital-Gipfel der Bundesregierung am 2. und 3. November. Sie fordert, dass sich die Bundesregierung international für ein Abkommen einsetzt, das die Entwicklung der leistungsstärksten KI-Systeme pausiert, bis Sicherheit und demokratische Kontrolle gewährleistet werden können.

„Wir sind nicht gegen Technologie, sondern für eine Zukunft, in der die Menschheit noch die Kontrolle hat“, sagte Ben Schmidt, Ko-Leiter von PauseAI Deutschland, in seiner Rede. Außerdem sprachen der Autor und KI-Experte Dr. Karl-Ludwig von Wendt (Pseudonym Karl Olsberg), der Berliner KI-Sicherheitsforscher Alex McKenzie und Simon Sperl von PauseAI Deutschland. Dazu gab es Musik und eine gemeinsame Schilderaktion vor dem Tor.

„Unser Problem ist nicht KI, sondern MD, menschliche Dummheit. Zum Beispiel die Dummheit, ein Wettrennen darum zu veranstalten, wer es zuerst schafft, eine KI zu entwickeln, die er nicht mehr kontrollieren kann“, sagte von Wendt. Er hat 1988 über KI promoviert, 1998 den ersten kommerziellen deutschsprachigen Chatbot entwickelt und 1999 ein KI-Start-up gegründet, das die Wirtschaftswoche zum Start-up des Jahres 2000 kürte. Als Karl Olsberg schreibt er seit 20 Jahren Romane über KI, die außer Kontrolle gerät, darunter mehrere Bestseller.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat im September bei den Vereinten Nationen eine Erklärung zur Kontrolle von Frontier-KI-Modellen mitunterzeichnet. Digitalminister Karsten Wildberger hat eine internationale KI-Aufsichtsbehörde nach dem Vorbild der Internationalen Atomenergiebehörde vorgeschlagen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fragte am Donnerstag in einer Rede an der Peking-Universität: „Wie setzen wir einer Technologie, die wir selbst hervorbringen, Grenzen, bevor sie uns Menschen Grenzen setzt?“ PauseAI fordert, dass die Bundesregierung diesen Worten Taten folgen lässt und gemeinsam mit Mitgliedsstaaten der EU und Partnern wie Großbritannien ein KI-Abkommen anstößt. Im britischen Unterhaus liegt bereits ein fraktionsübergreifender Gesetzentwurf zum Verbot von Superintelligenz vor, im Bundestag gibt es bislang keine vergleichbare Initiative.

„Herr Steinmeier hat genau das getan, was es jetzt braucht, und zwar das Thema [Beherrschbarkeit von KI] nicht nur zu nennen und dann zu schweigen, sondern direkt auf seiner China-Reise mit Xi Jinping zu besprechen. Dasselbe wollen wir von der Bundesregierung: Herr Merz und Herr Wildberger, lassen Sie Ihren Worten Taten folgen, und setzen Sie sich über Herrn Wadephul auf internationaler Ebene für ein KI-Abkommen ein“, sagte Simon Sperl, Policy Lead von PauseAI Deutschland.

PauseAI Deutschland ist in den vergangenen Monaten deutlich gewachsen und inzwischen mit 15 Lokalgruppen in der ganzen Bundesrepublik aktiv. Einen Appell der Initiative für ein KI-Sicherheitsabkommen vor dem KI-Gipfel in Neu-Delhi im Februar haben 153 Professorinnen und Professoren unterzeichnet, darunter der Fields-Medaillenträger Peter Scholze. Seit Januar steht PauseAI Deutschland mit über 100 Bundestagsbüros in Kontakt und klärt über die Risiken auf.

Für Interviews zum Digital-Gipfel stehen am 2. und 3. November zur Verfügung:

  • Ben Schmidt, Ko-Leiter von PauseAI Deutschland
  • Simon Sperl, Policy Lead von PauseAI Deutschland
  • Dr. Karl-Ludwig von Wendt (Karl Olsberg), Bestsellerautor, promovierte 1988 über KI und entwickelte 1998 den ersten kommerziellen deutschsprachigen Chatbot
  • Dr. Stephan Wäldchen, KI-Forscher, leitet in London ein Team für KI-Sicherheitsforschung
  • Alex McKenzie, KI-Sicherheitsforscher in Berlin (Interviews auf Englisch)
  • Sandra Schmidt, Ko-Leiterin von PauseAI Berlin

Fotos: picdrop. Freie Verwendung mit der Angabe „Foto: Isabelle Schmitz“.

Hintergrund und Quellen:

Pressekontakt: Markus Weiss, 0172 4179388, markus@pauseai.info